Seit 9 Tagen sind wir nun schon in Spanien unterwegs. Uns fällt auf, dass die Luft hier sehr klar und ohne feinen Staub ist und außerdem kein Müll herumliegt.
In den ersten Tagen war es überall sehr voll. Der 1. Mai ist auch hier ein Feiertag und viele haben das lange Wochenende für einen Ausflug oder einen Kurzurlaub genutzt.
Tarifa
Blick auf die kleine vorgelagerte Insel von Tarifa. Leider war die Besichtigung nicht möglich. Von dort ist es nicht weit rüber nach Marokko.Der Damm, der zur Insel führt. Links das Mittelmeer….…rechts der Atlantik……geradeaus, hinter der Insel – Marokko.Abends sitzen wir bei einem Glas Wein und blicken rüber nach Afrika. Der Hafen Tanger Med ist deutlich zu sehen.
Arcos de la Frontera
Von den weißen Dörfern Andalusiens haben wir uns dies für einen Stadtspaziergang ausgesucht. Erst als wir in der Stadt waren viel uns auf, dass wir vor ein paar Jahren schon einmal hier gewesen sind!
Am 1. Mai wurden im ganzen Ort Kreuze mit Blumen geschmückt.
Das weiße Dorf macht seiner Bezeichnung alle Ehre.Hier wird noch am Blumenschmuck gearbeitet.
Wir fahren weiter in den Norden, auch in der Hoffnung, dass es in den Naturschutzgebieten etwas weniger voll ist. Um zu einem kleinen Campingplatz zu gelangen, müssen wir durch diese Furt. Aber auch der Platz ist gut besucht und vor allem ist kein Platz im Restaurant zu bekommen. Aber der Platz ist sehr schön und wir bleiben zwei Nächte.
Am nächsten Tag machen wir eine kleine Wanderung. Diese führt uns zunächst über eine alte Bahntrasse. Es fühlt sich sehr vertraut an.
Durch den alten Eisenbahntunnel.An Kaskaden vorbei.Uns begegnet eine Prozession.Die in dieser Dorfkirche endet.
Merida
In der Hauptstadt der Extremadura lieget Altes und Neues sehr dicht beieinander.
Die neue Brücke, 1991 eröffnet, um die römische Brücke zu entlasten.Die alte Römerbrücke. Im 1. Jh. n. Chr. erbaut. Mit 60 Bögen und einer Länge von 792 m ist sie die längste existierende Römerbrücke.Der Hauptplatz.In Merida gibt es überall Reste römischer Bauten.Ein Stück original Römerpflaster. Wir haben eine Weile gesucht, um es unter dem Vorbau zu finden. Ein 15 m hoher Bogen.Der Diana-Tempel aus dem 1. Jh. n. Chr. Gut erhalten, weil im 16. Jh. eine reiche Familie ein Haus gebaut hat, welches die Säulen mit einschloss.
Cáceres
Eine komplett erhaltene Altstadt. Weltkulturerbe. Hier wurden schon viele mittelalterliche Filme gedreht.
Ein Highlight der Stadt sind die Osterprozessionen, bei der diese Kutten eine wichtige Rolle spielen. Die Zisterne ist die Größte dieser Art in Spanien. Mit den vielen Türmen und Türmchen fühlten wir uns an San Gimignano erinnert.
Trujillo
Von hier zogen vier Brüder nach Südamerika, um die Inkas zu unterwerfen. Daher heißen auch einige südamerikanische Orte Trujillo. Mit dem erbeuteten Gold bauten sie prächtige Stadtpaläste. Besonders sind die Eckfenster und -Balkone.
Die Zelte auf dem Hauptplatz sind noch von der regionalen Käsemesse, die am Wochende stattgefunden hat. Die Burg hat einen Eingang wie ein doppeltes Schlüsselloch.
Parque National de Monfragüe
Nach den Stadtbesichtigungen zieht es uns mehr in die Natur. Am Rande des Naturschutzgebietes Monfragüe finden wir einen sehr schönen Campingplatz.
Erst mal große Wäsche.
Eine erste Wanderung machen wir zu den Geierfelsen.
An dieser engen Stelle fühlen sich die großen Vögel wohl. Und da sitzt schon ein Gänsegeier.Sie mit der Handykamera zu erwischen, ist nicht einfach.
Der Himmel ist voll und das ein oder andere Foto gelingt doch. Mit dem Fernglas sind an den Felswänden noch Schwarzstörche und Falken zu erkennen. Auch die Mönchsgeier lassen sich durch ihr dunkles Gefieder gut von den Gänsegeiern unterscheiden. Viele Vogelbeobachter sind mit riesigen Teleobjektiven unterwegs.
Plasencia
Wir müssen dringend mal was einkaufen und fahren in den nächsten Ort nach Plasencia. Nachdem wir im Supermarkt das Meiste bekommen haben, schlendern wir noch durch die Altstadt. Dort entdecken wir auch noch eine kleine Markthallte. Und der Wochenmarkt für Obst und Gemüse findet auch gerade statt. Wenn wir das gewusst hätten…
Ein Stadttor.Am Hauptplatz mit MarktNicht in allen Gassen gibt es Geschäfte. Ein anderes Tor.
Nach unserem Einkauf fahren wir wieder in den Park und machen noch eine schöne Wanderung zu einem Aussichtspunkt.
Der Lavendel blüht hier besonders rotviolett. Blick auf die Geierfelsen. Hier fließt der Tagus durch eine besonders enge Stelle.
Morgen geht es weiter, vermutlich nach Salamanca und wir hoffen, dass das Wetter besser wird, als die Vorhersage.
Von Ouzoud aus fahren wir Richtung Meknes. Erst geht die Straße noch ein bisschen an einem Canon entlang und läuft dann in eine weite, eher langweilige Ebene aus.
In dieser Gegend gibt es sehr viele Blumen und ganz viele Insekten. Überall wird Honig verkauft. Außerdem leben hier unglaublich viele Schmetterling. Ganze Schwärme hüllen das Auto ein.
Unser Ziel ist die Agate-Farm bei Aguelmous. Hier lebt Joachim mit seiner marokkanischen Frau. Er ist in Kreisen von Mineraliensammlern sehr bekannt.
Das schöne Anwesen liegt in einem Tal, das uns an die Auvergne erinnert.
Sie haben einen Nutzgarten und einen Blumengarten angelegt und ca. 1000 Bäume gepflanzt. Äpfel, Pfirsiche, Pflaumen und Olivenbäume gibt es. Das Olivenöl, welches sie in einer traditionellen Mühle mechanisch pressen lassen, ist besonders säurearm. Aus 100 kg Oliven bekommen sie ca. 16 l Öl.
Die Werkstatt. Überall liegen Berge von Achaten.
Joachim hat viele Ideen und viele Projekte gleichzeitig am Start. Manches braucht etwas länger, um fertig zu werden.
Sogar in die ca. 1000 Betonplatten des Zufahrtweges hat er schöne Steine eingearbeitet.
Auf unserem weiteren Weg nach Norden, machen wir noch einen Stopp in Meknes.
Schauen uns das angeblich schönste Tor Marokkos an.Und diesen Brunnen.Spazieren durch den Souk.Die Rosenblätter verströmen einen intensiven Duft.Und trinken noch einen Kaffee auf dem großen Platz.
Dann fahren wir weiter nach Chefchaoun wo wir schon zu Beginn unserer Reise durch Marokko waren. Das Wetter ist inzwischen recht trübe. Aber das Blau der Stadt leuchtet trotzdem und wir entdecken noch ein paar neue Gassen und Plätze.
Da das Wetter nun in den nächsten Tagen regnerisch bleiben soll, entschließen wir uns, Marokko zu verlassen. In Chefchaoun haben wir mit unser Tour begonnen, hier ist nun auch unsere letzte Station. Am nächsten Tag wollen wir direkt zum Hafen von Tanger Med und schauen, ob wir ein Ticket für die Überfahrt bekommen.
Es hat geklappt, die Fähre nimmt uns mit nach Algeciras. 13.30 Uhr soll sie ablegen. Mit einer Stunde Verspätung geht’s los. Die Überfahrt dauert nur 1,5 Std. Bis wir aber von der Fähre runter waren und durch den Zoll, war es 19.30 Uhr.
Grau und mit Nieselregen verabschiedet uns Marokko.Der Felsen von Gibraltar begrüßt uns in Europa.
Wir waren 64 Tage in Marokko unterwegs, haben 6.800 Km mit 61.300 Höhenmetern zurückgelegt und der höchste Pass, den wir überquert haben lag auf 2920 Metern.
Das Land hat uns ausgesprochen gut gefallen. Eine völlig andere Welt, in die wir eingetaucht sind. Erst wenn es gelingt, sich auf die fremde Mentalität, die ganz anderen Sitten und Gebräuche einzulassen, lässt sich das Reisen genießen. Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit, aber manchmal auch ein wenig aufdringlich und distanzlos. Sie versuchen immer wieder, einem etwas zu verkaufen (und wenn es die Hilfeleistung beim Parken ist). Aber das kann man ihnen nicht verdenken, denn die Armut ist teilweise groß und manchmal auch schwer auszuhalten. Obwohl wir sehr viele Schulen und unglaublich viele Schulbusse gesehen haben, liegt die Analphabeten Quote auch heute noch bei über 30 %, bei den Frauen gar über 40 %.
Das Angebot an Obst und Gemüse ist riesig. Wir konnten uns auf den Souks, den Märkten und auch gelegentlich im Supermarkt mit allem Notwendigen eindecken. Letztendlich gibt es alles, einschließlich Alkohol, zu kaufen. Das Essen in Restaurants war nicht sehr vielfältig. Tajin, Couscous, Hähnchenspieße. Besonders geschmeckt hat uns „Pastilla“. Hähnchen in hauchdünnem Teig mit Mandeln, Rosinen, Safran, Zimt und Puderzucker. Da die Zubereitung sehr aufwendig ist, haben wir es nur selten bekommen.
Die Landschaften sind grandios, der Verkehr in den Großstädten ist chaotisch. Die Gegensätze vom modernen Leben in der Stadt zum einfachen auf dem Land sind groß. Es wird unglaublich viel gebaut – Häuser und auch Straßen. Aber es gibt auch noch tolle Pisten, die man fahren kann.
Uns hat das Land gefallen. Wir hatten viele schöne Erlebnisse und es hat uns Spass gemacht, Marokko zu entdecken.
Nachdem wir uns von Frank verabschiedet haben, sind wir durch eine sehr platte und stellenweise sehr verdreckte Landschaft nach Taroudant gefahren. An der schönen Stadtmauer gab es einen kostenlosen Parkplatz. Da es sehr heiß war und die Stadt nicht besonders einladend, sind wir schnell weiter Richtung Atlas Gebirge.
Die Passstraße über den Tizi N´’Test ist über die gesamten 150 Km eine große Baustelle.
Immer wieder müssen wir warten, bis die Straße von Geröll befreit ist.
An einer Kurve auf 1700 m Höhe kommen wir zu einigen Baracken.
Bei Achmed und seiner Familie (er ist 67 Jahre alt und hat 7 Kinder) werden wir mit einem Paar aus der Schweiz die Nacht verbringen.
Das schwere Erdbeben von 08.09.2023 hat das Hotel, das hier mal stand in den Abgrund gerissen. Über 37 Jahre hatte die Familie hier ein Hotel für 17 Gäste mit Restaurant und Shop aufgebaut. Das Beben kam in der Nacht und während weniger Sekunden war alles zerstört. Im Hotel kamen drei Gäste ums Leben. Über 5000 Menschen starben in der Erdbeben-Region. Die Familie hat nicht nur ihre Einnahmequelle verloren sondern auch ihr Haus weiter unten im Dorf. Dort sind alleine 500 Menschen gestorben. Nun leben sie mit 6 Personen in ein paar Containern und versuchen, sich eine neue Existenz aufzubauen.
Nach dem Erdbeben, hat Achmed 1 Jahr in einem kleinen Wanderzelt gelebt. Die Container hat er irgendwie geschenkt bekommen. Der Staat hat keine Geld für den Wiederaufbau.
Auch ein Schaf und eine Ziege leben hier. Tagsüber werden sie auf Wiesen oberhalb am Berg geführt.Eine sehr leckere Tajin haben wir am Abend gegessen. Sie enthielt zwar nicht besonders viel Huhn, war aber lecker gewürzt.Und haben die phantastische Aussicht genossen.
Im weiteren Verlauf wird die Straße nicht besser. Immer wieder warten wir. Mit schwerem Gerät wird der Fels abgeschlagen und die Straße so verbreitert.
Deutlich sind noch die Spuren der Zerstörung zu sehen. Halbe Dörfer sind zusammen gefallen.
Dicke Brocken stürzen von oben auf die Straße. Dann muss erst der Bagger oder der Tieflader kommen und den Weg freiräumen.
Trotz der Baustelle ist die Passstraße sehr spektakulär. Tolle Aussichten und tiefe Abgründe. Richtung Marrakesch wird das Land wieder flacher.
Wir kamen noch an einem Stausee vorbei.
Viele marokkanische Familien nutzen die wenigen Seen, Wasserläufe, Rinnsale oder Ansammlung weniger Bäume für einen Ausflug und ein Picnic. Hier am Stausee stehen wieder mobile Cafés.
Frischer Osaft wird auch noch angeboten.
In der Nähe von Marrakesch wollen wir auf den Platz der Familie Schatz. Vor ca. 30 Jahren hat sich Herr Schatz in Aisha verliebt. Er blieb und gemeinsam haben sie ihr kleines Paradies geschaffen.
Wird sich das Tor für uns öffnen?
Mit viel Liebe zum Detail haben sie ein kleines Schloß gebaut und sehr hübsche Gästezimmer geschaffen.
Das 4 Gänge Menue konnten wir leider nicht genießen, da Eva von einem Magen-Darm Virus heimgesucht wurde. Zum Glück war nach 2 Tagen alles wieder gut.
Auf dem Stellplatz haben wir wieder viele nette Leute getroffen und abends mit ihnen in diesem schönen Wohnzimmer gesessen. Nach 3 Tagen gings dann aber für uns weiter.
Die großen Palmen sind verkleidete Antennenmasten.Unterwegs.
In Demnate haben wir uns noch mit frischem Bargeld versorgt.
Das StadttorBoutique auf marokkanischDer Weißstorch fühlt sich hier recht wohl.Mehl gibt es oft nur in 25 kg Säcken zu kaufen. In diesem Laden gibt es auch noch Besen und ein Telefon.Straßenszene
Auf unserem weiteren Weg liegt die natürliche Brücke Imi n Ifri. Der Name bedeutet „Tür des Abgrunds“ und ist durch Erosion entstanden. Ein beeindruckender ca. 30 m hoher Felsbogen über den Oued Tissilt. Über viele Stufen geht es hinunter. Mit etwas Kletterei gelangt man unten durch und auf der anderen Seite über Stufen wieder nach oben.
Und dann wurde es blumig bunt.
Wir schauen uns noch die 160 Mio. Jahre alten Dinosaurier-Spuren an. Ein Skelett wurde in den 1970er Jahren gefunden. Es hat 2 Jahre gedauert, es auszugraben. Die gefundenen Knochen wogen 500 kg und mussten mit dem Hubschrauber abtransportiert werden. Der Dino, wahrscheinlich ein Raubsaurier, ist nun im Bergbaumuseum von Rabat zu bewundern.
Neben dem Fußabdruck die Hand eines ca. 8 jährigen Mädchens. Sie hatte uns das Tor aufgeschlossen.
Da es noch früh am Nachmittag war, haben wir uns entschlossen, noch ein bisschen weiter zu fahren. Eine Stunde entfernt könnte es einen Übernachtungsplatz in den Bergen geben. Die Landschaft ist wieder wunderschön, nur haben wir mal wieder unterschätzt, wie lange wir doch auf diesen kleinen, kurvigen und schmalen Straßen unterwegs sind.
Auch in den entlegensten Gebieten gibt es Kindergärten oder Vorschulen. Gut zu erkennen, denn es sind die einzig bunten Gebäude hier.
Nicht eingeplant war , das sich dieser Mercedes in einer Furt festgefahren hat.
Mit unseren Sandblechen können sie wenig anfangen und Arnold möchte mit seinen Turnschuhen nicht in der Matsche stehen. Schnell sind viele Menschen da, die alle eine gute Idee haben. Etliche Male wird der Wagen hin und her geruckelt, bleibt jedoch immer wieder stecken. Nach einer halben Stunde und im 3ten Anlauf schafft es einer ihn rauszuziehen.
Wir kommen problemlos durch die Furt, erreichen aber erst um 19h (nach 3 Std.) unseren aversierten Übernachtungsplatz. Zum Glück ist er prima geeignet.
Wir verbringen eine sehr ruhige und ungestörte Nacht. Sogar mal ohne Wind, neben der Straße auf 1650 m.
Am nächsten Tag geht es grandios weiter.
Marokko ist zwar ein großes Land mit wenigen Einwohnern, trotzdem leben überall Menschen. Wohnhäuser links im Bild.
Die Straße wird nicht besser. Überall wird aber gearbeitet.
Wieder ein Kindergarten.
Als wir auf die Hochebene (1600 m) kommen, leuchtet der Mohn überall.
Nicht weit von Ouzoud stellen wir unseren Camper auf dem Platz von Jane ab. Sie lebt hier seit 21 Jahren. Der Platz ist etwas chaotisch, hat aber alles und ist sehr farbenfroh gestaltet.
Grill und PizzaofenGemeinschaftskücheBemalte Toilettenhäuschenund Dusche
Da der Nachmittag noch schön ist, es morgen aber Regnen soll, machen wir uns noch auf zu einer kleinen Wanderung zum größten Wasserfall von Marokko. Wir folgen einem Eselspfad durch diese außergewöhnlich rote Landschaft.
Halt ein Eselspfad,…Es geht mitten durch ein Weizenfeld.
Die Ouzoud-Fälle sind die höchsten und wasserreichsten Marokkos.
Das Tal in das der Wasserfall stürztOberhalb gibt es ein großes Hotel „Borj des Cascades“. Bis in die Schlucht sind Souvenirgeschäfte und Restaurants gebaut. Der arme Berberaffe ist von den Touristen so gemästet, daß er sich kaum noch bewegen kann. 110 m stürzt das Wasser in die Tiefe.
Der nächste Tag ist sehr trübe und den ganzen Vormittag regnet es leicht. Da es nun Arnold erwischt hat, bleiben wir einfach noch einen Tag auf dem Campingplatz bei Jane.
Außer uns steht noch ein kleines Zelt auf dem Platz. Es ist ruhig hier und wir haben eine schöne Aussicht.
Nach Evas Erfahrungen sollte es Arnold morgen wieder besser gehen. Dann entscheiden wir, ob wir die nächste Etappe fahren werden.
Von unserem Übernachtungsplatz im Palmenhain bei Akka fahren wir nach Amtoudi.
Auf dem Berg rechts liegt der Agadir, den wir in diesem Tal besuchen wollen.
Agadire sind Speicher, in denen Jahrhunderte lang wichtige Dinge aufbewahrt wurden. Es ist ein Mix von Lagerhaus und Bankschließfach. Es wurden wichtige Dokumente, Öle, Honig bis zum Weizen aufbewahrt und bewacht.
Er ist auf dem Berg liegend, kaum als Bauwerk zu erkennen.Von oben haben wir wieder einen weiten Blick ins Tal. Das ummauerte Rechteck ist der örtliche Campingplatz. Aus der Ferne sieht das Dorf ganz ordentlich aus. Beim Durchlaufen sind wir entsetzt, wie armselig die Menschen hier leben. Das trübe Wetter lässt alles noch trostloser erscheinen.Die Mauern des AgadirsObwohl wir angemeldet sind, ist niemand da, der das Tor öffnen könnte, als wir oben ankommen. Aber wir haben beim Aufstieg eine tolle Aussicht genießen können.
Am nächsten Morgen verzichten wir auf einen erneuten Aufstieg zum Agadir. Es stürmt in Böen bis zu 8 Windstärken. Zügig verlassen wir den Platz Richtung Westen und fahren ans Meer.
Sidi Ifni
Sidi Ifni ist sehr beliebt bei Surfern.Aufgang zur Stadt.
Der Wochenmarkt von Sidi Ifni
Die Gemeindeverwaltung. In der Mitte des Schriftzuges steht es in arabisch, links in Berber. Der Campingplatz direkt am MeerMitten auf einer Kreuzung.Die Katzen haben sich auf dem Fischmarkt satt gefressen.
Ein Felsentor bei Legzira
Der Atlantik tost.
Tiznit
Eine nette kleine Stadt, die uns sehr gut gefallen hat. Von Tourismus ist hier wenig zu spüren. Die Menschen sind freundlich und die Atmosphäre ist unaufgeregt.
Arnold konnte sich noch nicht zum Besuch eines örtlichen Friseurs entschließen.Besuch eines Souvenirgeschäftes. Tiznit ist bekannt für echten Silberschmuck.Echter, alter Berberschmuck. Traditionell wird er von den Frauen herstellt. Eine Kette kostet heute ca. 1500 €. Alter Schmuck ist aber kaum noch zu bekommen.Source Bleue (Blaue Quelle) – eine heilige Quelle.Diese Stangen wurden von den Maurern, die das Minarett bauten, an Ort und Stelle belassen, um ihnen bei der Arbeit zu helfen. Die Legende besagt, dass sich hier die Seelen der Toten versammeln.Um Tiznit verläuft eine 6 km lange, intakte Stadtmauer.Zum Frühstück gibt es hier leckeres Baguette und Croissants. Auch haben wir hier eine Patisserie entdeckt, die die leckersten Plätzchen hat.
In Tiznit kommen auch viele Gewerke auf den Campingplatz. Der Friseur, der Maler – der hübsche Wüstenlandschaften auf die Camper malt, der Polsterer oder der Mechaniker.
Weil es uns so gut gefallen hat, fahren wir noch einmal nach Tafraoute zu den blauen Steinen. Und staunen nicht schlecht darüber, dass sie gerade neu angemalt bzw. neu besprüht werden. Mit Sonne und frischer Farbe ist es noch mal ein besonderes Erlebnis und wir können uns gar nicht satt sehen.
Ganz oben steht ein Mann mit der Farbpistole.
In der Stadt Tafraout wollen wir übernachten. Auf unserer Suche nach einem Stell- oder Campingplatz, werden wir mal wieder von einem Mopedfahrer angesprochen, der uns zu seinem Platz bringen will, der natürlich der Schönste ist. Etwas widerwillig folgen wir. Zögern auch noch mal, weil der Weg immer länger wir und nicht so ersichtlich ist, wo es eigentlich hingeht. Aber dann landen wir doch auf einem sehr schönen Platz.
Abends bekommen wir die beste Pastilla serviert. Dieses landestypische Gericht aus Hühnerfleisch mit Mandeln in einem dünnen, knusprigen Teig, bestreut mit Puderzucker und Zimt. Köstlich.
Weiter geht es Richtung Norden, über kleine und kleinste Bergstraßen.
Da hat sich ein Hausbesitzer was getraut. Türkis statt beige, braun oder dunkelrot.
Touristenkooperative Agadir Inoumar bei Talkerdoust.
Hier gibt es einen kleinen Stellplatz, einen Agadir und eine Kasbah, die von der Kooperative bewirtschaftet und vermarktet werden.
der Stellplatzdas DorfHier bekommen wir ein Abendessen, das die Frauen der Kooperative auf Bestellung kochen. Frauen haben wir keine gesehen. Der nette Herr hat alles serviert.Durch diese Türüber einen Innenhofdie Schuhe bleiben vor der Türin die gute StubeCouscous und TajineDer Agadier InoumarDer jetzige Wächter des Agadir. Er spricht gut Englisch, Französisch, Arabisch und natürlich Berber.Es gibt hier Holzschlösser und Holzschlüssel – vergleichbar mit den späteren Metallschlössern. Gar nicht so einfach, damit die Tür aufzuschließen.
Die Körbe dienen dem Transport der Güter in die Wertfächer. Es gab 3 Fächer übereinander. Die Steinplatten dienen als Leiter zu den oberen Fächer. 14 Gemeinden haben sich zusammengetan und den Agadir gebaut der von 1751 bis 2023 betrieben wurde. Dieser Agadir hat 295 Fächer. In den Fächern wurden Urkunden, Verträge, Honig, Öl, Weizen und was sonst noch Wertvolles existierte aufbewahrt.
Manche Fächer hatten 2 Schlösser, sodass nur 2 anwesende Personen das Fach öffnen konnten – wie ein Bankschließfach. Maximal 3 Fächer konnte eine Familie mieten.
Die Pacht eines Faches wurde in Weizen bezahlt. Eine großes Maß für die Wächter, ein Mittleres für den Imam, ein Kleines für die Armen und eine Schöpfkelle voll für die Katzen, die die Mäuse vom Weizen fernhielten.
Eines dieser Wertfächer.Die Schriftrollen werden in hohlen Holzrohren aufbewahrt.Wichtige Verträge und Urkunden wurden in Rollen dort gelagert
Kein Besuch ohne einen Tee und Gebäck im Anschluss.
Nach dem Besuch des Agadirs fahren wir in die Stadt Agadir. Am Carrefour trinken wir O-Saft und Kaffee und essen einen Toast. Dann müssen wir uns leider von Kathrin verabschieden. Während wir einkaufen gehen, bringt Frank sie zum Flughafen. Die 3,5 Wochen, die wir nun zu viert unterwegs waren, sind rasend schnell vergangen. Wir hatten viel Spaß miteinander und hatten eine tolle Zeit.
Nun sind wir noch einmal auf dem Campingplatz südlich von Agadir und sortieren uns neu. Frank will noch mal nach Süden, wir planen unsere Route Richtung Norden.
Ein letzter Blick auf die Affenfinger und dann sind wir aufgebrochen zur Todra-Schlucht.
Todra-Schlucht. Da wir von Süden kamen, hatten wir die engste Stelle zuerst.
Hier kamen wir nach einigen hundert Metern wieder raus.
Dann sind wir durch den Hohen Atlas gefahren. Die Berge sind sehr kahl, karg und es war kalt – insgesamt ziemlich eintönig.
Der LKW ist hoch beladen mit StrohballenHier werden Schafe auf dem Dach transportiert. Ein Stausee (Barrage de Tamtattouchte) auf 1800 m HöheDie Straßen, gut asphaltiert, sind dem Berg abgetrotzt.Übernachtet haben wir auf 2350 m Höhe bei einem Hotel in Agoudal. Es war ziemlich ausgebucht. Mindestens 6 Motorradfahrer und einige Jeeps waren außer uns noch da.Hier ist noch nichts von Frühling zu sehen oder zu spüren.Auf dem Pass von 2940 m Höhe lag noch ein bisschen Schnee. Die Schneewände haben sich vor einigen Wochen noch 3 Meter hoch getürmt.
Über viele Serpentinen rauf und runter gings dann wieder Richtung Dades-Tal
der Dades hat hier eine tolle Schleife gemachtLinks die Straße, rechts der FlußPasst!Die berühmte Zick-Zack Straße runter ins Dades Tal
Im Dades-Tal haben wir am 5 Sterne Hotel „Eden“ gehalten. Hier waren Kathrin und Frank einige Abende vorher hingelaufen, um noch einen Tee zu trinken (während wir an unserem letzten Blog schrieben). Dabei hatten sie einen der beiden Besitzer kennengelernt. Er hat ihnen erzählt, das er das Boutique Hotel zusammen mit seinem Bruder in 8 Jahren erbaut hat. Es wurden lokale Handwerker beschäftigt und die Einrichtung ist eine Mischung aus modernem Komfort und traditionellen Elementen. Es hat nur 18 Zimmer und ist sehr luxuriös. Der Besitzer, den wir dann auch bei einem Kaffee kennengelernt haben, war ausgesprochen nett und hat uns das ganze Hotel gezeigt. Zu recht kann er sehr stolz auf dieses schöne Domizil sein.
Aufgang zur RezeptionAuf der Terrasse haben wir unseren Kaffee getrunken.Traditionelle Türen.Die Bilder stammen von dem britischen Fotografen Michael Colley. Er reist seit 25 Jahren durch Marokko und macht ausschließlich schwarz-weiß Fotos. Zufällig saß er gerade im Salon und so wurden wir ihm auch gleich vorgestellt. Das RestaurantEines der Zimmer. Jedes ist etwas anders geschnitten und eingerichtet.
Nach der Dades-Schlucht sind wir über Zagora nach M’HamidEl Ghizlane gefahren. In Zagora haben wir nochmal die Vorräte aufgefüllt, Frank hat kurz die Garage besucht und dann sind wir weiter nach M’Hamid dem Ausgangspunkt für unsere nächste Pistentour (M’Hamid nach Fuom Zguid -160 km) gefahren. Erst gings zunächst durch eine Mondlandschaft, bis wir wieder Sand unter den Rädern hatten.
An den Bäumen sammelt sich der Sand, bis sie von ihm verschluckt werden. Wir halten nach Frank Ausschau
Ein paar Kamele zum Ausritt für die Touristen.
Endlich kommen unsere Sandbleche mal zum Einsatz. Zum Glück bei einem anderen Auto.Der Ranger meistert die Sandpassagen wieder problemlos.Wolfsmilchgewächse. Sie werden Baumhoch.Übernachtung neben der Piste.Eine weite Schwemmtonebene. Hier können wir mal mit 50 km/h drüber rauschen.Jeder macht hier seine eigene SpurEin Hügel mit versteinerten Muscheln.Über die steinigen Pisten brauchen wir für 10 km eine Stunde.
Auf dem Campingplatz in Fuom Zguid mussten wir erst mal das Auto entsanden und gründlich sauber machen. Am Morgen war Eva der fast volle Joghurtbecher (300 gr.) aus dem Kühlschrank gefallen und auf den Boden geknallt. Der Joghurt hatte sich wirklich im ganzen Auto verteilt, war an den Schränken hoch gespritzt und hat sich bis auf die Polster und das Bett verteilt. Also war auch noch eine Maschine Wäsche zu waschen und wir mussten auch vom Staub (und Joghurt) befreit werden.
Nach gründlicher Reinigung und leckerem Essen im Campingplatz Restaurant, lassen wir den Tag ausklingen.
Kurz vor Akka sind wir wieder auf eine Piste abgebogen, diesmal aber nur um einen Übernachtungsplatz in einem verlassenen Palmenhain anzusteuern.
Abendessen und Sundowner im Sonnenuntergang.
Eigentlich wollten wir nochmal in die Nähe von Tafraoute fahren. Allerdings hat es heute Mittag wieder angefangen zu regnen und zu stürmen und das soll die nächsten zwei Tage so weitergehen. Daher erneute Planänderung. Nun werden wir uns auf den Weg zur Küste machen. Da soll es besseres Wetter geben.
In der letzten Woche haben wir wieder viel erlebt und vor allem viel gesehen. Alleine vom hellen Licht, der vielen Sonne, den phantastischen Landschaften und den unterschiedlichsten Eindrücken sind wir abends geschafft und fallen spätestens um 22 Uhr ins Bett. Von Essaouira sind wir über eine gut ausgebaute Straße, aber durch eine recht langweilige Landschaft nach Marrakesch gefahren. Über Aït Ben Haddou gings weiter nach Ouarzazate und dann ins Dades Tal. Auf diesem Weg haben wir über 800 Fotos gemacht. Es war gar nicht so einfach, einige davon für den aktuellen Blog auszuwählen.
Essaouira
Wir haben einen weiteren Nachmittag in der Stadt verbracht und uns den Fischerei-Hafen angesehen.
Frische Austern und Conches gab es dort zum sofortigen Verzehr.Die Netze müssen geflickt werden.Blick auf die Altstadt.Pferdefuhrwerk unterwegs
Marrakesch
Eine große Stadt mit einem wuseligen Verkehr und über 1 Millon Einwohner. Wir waren ganz froh, dass uns ein Taxi vom etwas außerhalb liegenden Campingplatz in die Altstadt gefahren hat.
Die Saadier-Gräber – eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wir haben eine halbe Stunde angestanden, um einen Blick hinein zu werfen.
Man kann sich auch mit der Kutsche durch die Altstadt fahren lassen. Der Hufschmied arbeitet auch auf der Straße.
Palais de Bahia
Der Palast ist sehr sehenswert. Vor allem die Stuck-, Holz- und Steinmetzarbeiten sind wirklich toll.
Der zentrale Platz Djemaa el-Fna ist UNESCO Weltkulturerbe und liegt im Zentrum der Medina. Schlangenbeschwörer, Gaukler und Musiker sind hier Abends zu bewundern. Außerdem gibt es jede Menge Garküchen.
Im Souk.Secret Garden – ein Rückzugsort in der quirligen und lauten Medina.
Anima – der Garten von André Heller
Er liegt 30 km südlich von Marrakesch und wurde ab 2008 angelegt. Er hat uns ausgesprochen gut gefallen.
Spiegel sind in die Mauer eingelassen.Das Schiff „Hoffnung“
Weiter ging die Fahrt Richtung Ouarzazate
Die Farben der Berge sind manchmal wie aus dem Malkasten.Oder wie durchgerührter Kakao.Und dann schlängelt sich wieder ein fruchtbares Oued durch die Berge. Hier werden kleine Gärten angelegt.Die Häuser passen sich farblich an die Umgebung an.Übernachtung an einem Hotel. Dort haben wir eine leckere Pastilla gegessen. Ein Gericht aus Hühnchen, Mandeln und Rosinen, eingepackt in einen ganz dünnen Teig.
Aït Ben Haddou
Dieses Dorf (Ksar) ist seit 1987 auch UNESCO Weltkulturerbe und beeindruckt durch die alten Lehmbauten. Es diente auch zahlreichen Filmen als Kulisse.
Diese Filme wurden hier alle gedreht.Cappuccino-Pause Blick auf die Neustadt von Aït Ben Haddou. In die Altstadt wollte kein Bewohner zurück. Einer der vielen Künstler in der Altstadt, die mit Safran, Indigo und grünem Tee mit braunem Zucker kleine Bilder malen. Wenn die fertigen Bilder über der Gasflamme erwärmt werden, erscheinen die Motive und die Farbe wird fixiert.Wandbild an einem Teppichladen. Wir haben uns die schönen Stücke angesehen und uns nett mit dem Verkäufer unterhalten. Dass wir nichts kaufen wollten, hat ihn nicht gestört und er hat uns auch nicht gedrängt. Als wir gefragt haben, wo wir denn Brot bekommen können, hat er einen Kollegen losgeschickt und wir bekamen 2 Brote geschenkt. Im Vordergrund sind die Filmstudios von Ouarzazate zu sehen, dahinter wird ein Wohngebiet neu gebaut.
Im Vordergrund sind die Filmstudios von Ouarzazate zu sehen, dahinter wird ein Wohngebiet neu gebaut. Da in der Gegend viele Filme gedreht wurden, hat sich Ouarzazate inzwischen zu einer bedeutenden Filmstadt entwickelt. Hier kann man Filmstudios besichtigen, es gibt ein Filmmuseum und auch eine Filmakademie, die Personal für die Filmindustrie ausbildet.
Noor I bis IV
In der Nähe von Ouarzazate steht das weltgrößte Solarwärmekraftwerk der Welt (Noor I – IV). Der Turm ist 240 m hoch und in den Spiegeln oben am Turm entstehen Temperaturen von 700 Grad. Es wurde hier errichtet, weil es in Ouarzazate die höchste Sonneneinstrahlung weltweit gibt und die Sonne fast an 365 Tage scheint.
Kasbah Taourirt – früher Sitz einer Herrscher-Dynastie
Auf kleinen Pisten fahren wir in Richtung Dades-Schlucht
Kurz vor Ende der Piste suchen wir uns noch einen Übernachtungsplatz
Mal wieder ein Lagerfeuer. Im Hintergrund ist schon auf den Bergen das Mondlicht zu sehen. Und dann kommt der Vollmond hinterm Berg hervor. Die letzten 2,5 Km bis zur Straße waren noch mal eine harte Piste. Immer wieder mussten wir das Flussbett queren und uns an Felsen vorbei quetschen. Dann kamen uns an einer engen Stelle auch noch 3 Landcruiser entgegen und auf den letzten Metern ein kleiner Lastwagen. Irgendwie hat aber alles gepasst.
Dades-Tal
Am Anfang der Dades-Schlucht machen wir eine kleine „Wanderung“ ins Tal
Durch schmale FelsspaltenDurch die kleine Lücke links. Drunter durch.Steile Hänge hinauf.Traumhafte Blicke mit blauem HimmelJa, diesen kleinen Pfad geht es entlang.Nach 3 Stunden sind wir zurück am Womo. Eine phantastische Tour dank Achmed, der sich uns als Führer angeboten hat und seine Sache ganz großartig gemacht hat.
Morgen wollten wir eigentlich weiter in die Schlucht fahren, aber leider ist die Straße ab 9 Uhr gesperrt. Es findet zum 40sten Mal der Marathon des Sables statt. Ein Ultra-Marathon von 251 km in 6 Tagen. Er gilt als das härteste Rennen der Welt. Daher müssen wir etwas umplanen.
Mit vereinten Kräften gelingt der Einbau, die Heizung läuft.
Während Frank am nächsten Tag Restarbeiten erledigt, fahren wir nach Sidi Bibi in die Werkstatt. Er wurde uns vom Campingplatz empfohlen und wir haben einen Termin um 10 Uhr.
Auf dem Weg zur Garage. Die Autos sind oft so hoch beladen, daß sie in Kurven bedrohlich schwanken. Eine sehr kleine Garage. Wir haben auch den Eindruck, dass der Mechaniker noch nicht an sooo vielen Rangern geschraubt hat.
Unser Aufenthalt dauert etwas länger. Die Werkstadt hat weder Öl noch Ölfilter da. Auf den Filter verzichten wir. Für das Öl ist Arnold mit ihm in seinem Auto fast zwei Stunden unterwegs. Mindestens 10 Hinterhofgeschäfte mussten angefahren werden, bis das Motoröl mit der richtigen Spezifikation gefunden war. Schlussendlich hat alles geklappt und wir konnten uns mit Frank und Kathrin am Supermarkt treffen, um endlich weiter zu fahren.
Es ging über die Küstenstraße Richtung Essaouira. Einen schönen Übernachtungsplatz mit Meerblick zu finden, gestaltete sich mal wieder schwierig. Bei Tamri, oberhalb einiger Fischerhäuschen haben wir uns diesen recht exponierten Platz ausgesucht. Es hat sich aber niemand daran gestört.
An der Küstenstraße gibt es immer wieder Kaffeestände. In den Autos befinden sich richtig gute Espressomaschinen – hier sogar mit Aussicht und Sonnenschirm.
Imsouane
Ein Rundgang durch den Ort, der bei Surfern sehr beliebt ist. Viele Fischerboote, Restaurants und natürlich Surfer.
Der Trecker musste mal auseinander genommen und entrostet werden. Sie schleppen die Fischerboote ins Meer und fahren dabei weit ins Salzwasser.Einer arbeitet und viele andere haben Spaß.Weiter geht es an der Küste entlang.Esel, Katzen, Hunde und Dromedare begegnen uns immer wieder,Tafedna – ein Fischerort am Wegesrand.
Plage d’Iftane
Ein schöner, recht sauberer Strand mit vielen Fischerhütten und einigen Restaurants. Hier machen wir einen schönen Strandspaziergange und Kathrin und Eva waren sogar im Wasser. Wegen der Strömung konnten sie aber nur ein wenig in den Wellen hüpfen. Hier werden wir auch die Nacht verbringen.
Wir schauen zu, wie die Fischerboote aus dem Wasser gezogen werden.
Am Rand des „Ortes“ finden wir auf dem Sand einen Übernachtungsplatz. Ein amerikanisches Paar gesellt sich noch dazu.
In diesem Restaurant haben wir lecker gegrillte Dorade und handgeschnitzte Pommes gegessen. Während des Abendessens geht die Sonne mit viel Farbe unter. Aus dem Süden ist aber schon Wetterleuchten zu sehen.
Diese Zelte stehen hier nur vorübergehend. Am nächsten Tag soll hier eine Marathon enden.
Kaum sind wir um 21h in unseren Wohnmobilen, fängt es heftigst an zu regnen. Blitze erhellen die Nacht und Hagel trommelt auf die Autos. Immer mehr Wasser fließt auf den Strand.
Bald ist klar, wir müssen hier weg. In der Dunkelheit tasten wir uns hoch zu einer festeren und wie wir hoffen, geschützteren Stelle. Erst um 22.30 h ist das Gewitter abgezogen und der Regen läßt nach. Wir können schlafen gehen.
Am Morgen sehen wir dann, dass unserer erster Stellplatz in einer Flussmündung lag und in der Nacht viel Sand weggespült wurde. Gut, das wir da nicht stehen geblieben sind.
Eins der Zelte hat es zerlegt, ein anderes wurde ins Meer gespült.
Essaouira
In die Stadt reinfahren dürfen Wohnmobile nicht. Wir parken am südlichen Ende des langen Strandes und laufen an der Promenade entlang zur Altstadt. Die Sonne scheint zwar, es sind 20 Grad, aber es weht ein heftiger, kalter Wind. Aber genau wegen des Windes ist die Stadt bei Surfern beliebt.
Dromedarreiten für die Touristen am Strand. Eins der Tore in die AltstadtMittagspause in diesem Restaurant. Ein frisch gepresster O-Saft und Shashuka. Das ist so was wie ein Omelette auf Tomatensauce und Paprika. Der alte Getreidemarkt. Heute sind rundherum CafésAuf dem Fischmarkt kann man sich den frischen Fisch aussuchen und in einem der Restaurants des Fischmarktes zubereiten lassen.Zum Abschluss unseres Stadtbummels essen wir noch ein Schoko Crêpe und trinken einen Cappuccino.
Dann suchen wir uns 20 km außerhalb von Essaouira einen Campingplatz.
Morgen geht es dann weiter, vermutlich Richtung Marrakesh.
Spaziergang durch die Palmgärten von Zagora. Geerntet werden Datteln, Früchte und Gemüse.
Das ist eher Viehfutter.Das Angebot an Obst, Gemüse, Eiern und Fleisch ist groß in der kleinen Markthalle von Zagora. Auch die Metzger haben hier ordentliche Kühltheken.Quad fahren ist hier sehr beliebt. Viele Franzosen bringen ihr eigenes auf einem Anhänger mit. Sie können aber hier auch samt Tour gemietet werden.
Ein Werkstatt-Besuch. Frank braucht einen neuen Simmerring. Das sollte in 2 Stunden erledigt sein. Aber einmal in der Werkstatt, finden die Mechaniker immer noch was, was verbessert werden kann. Letztendlich bleiben wir noch eine Nacht in der Stadt und Frank ist bis abends um 22h mit Reperaturen beschäftigt.
Wir lassen nur den Luftfilter ausblasen und die Kühlflüssigkeit auffüllen. Sie hätten uns gerne noch eine zusätzliche Blattfeder eingebaut. Die wäre extra für uns angefertigt worden. Einbau des Simmerrings.Dann noch eine Höherlegung.Aber dann geht es wieder hinaus in die Wüste über eine nördlich von Zagora gelegene Runde. Ziel sind Felsgravuren.Für diese Tour haben sich noch Silke und Martin angeschlossen. Die Beiden waren auch mit uns auf der Fähre.
Ein Spaziergang durch Nekob. Eine Stadt mit angeblich 36 Kasbahs (Burgen). Wir machen einen Spaziergang durch die Gassen.
Dem Duft aus der Bäckerei können Frank und Silke nicht wiederstehen.Nachtlager in einer Senke.Das Lagerfeuer qualmt zwar, ist aber trotzdem gemütlich, drumherum zu sitzen.
Nach einer ruhigen Nacht besuchen wir am nächsten Tag die bis zu 8000 Jahre alten Felsgravuren.
Und immer wieder blüht etwas in der kargen Landschaft.Wir fragen uns, wie auf diesem sandigen Boden überhaupt etwas gedeihen kann.Immer mal wieder stehen Dromedare am Wegesrand.
Über eine Piste fahren wir eine Stunde zu einer weiteren Stelle, an der es Gravuren geben soll. Wir finden sie tatsächlich, obwohl kein Schild darauf hinweist und es nur ein kleiner Steinhügel seitlich der Straße ist.
Dann geht es über Asphalt zurück nach Zagora. Eine weitere Nacht verbringen wir auf dem netten Campingplatz.
Mit Martin, Silke und Frank verbringen wir einen netten Grillabend.
Unsere Lichterkette kommt oft zum Einsatz und findet viele neue Freunde.
Aufbruch nach Foum Zguid.
Auch wenn die Straßen asphaltiert sind, gibt es immer wieder Stellen, an denen der Asphalt fehlt oder das die ganze Straße von Wassermassen weggerissen wurde.
Die Wucht des Wassers verknickt die Leitplanken und spühlt sie weg.
Der Campingplatz in Foum Zguid ist wieder recht nett und im Restaurant wird abends extra für uns ein Essen zubereitet. Sehr leckere Pommes, Hähnchenspieße, gebratenes Gemüse, frisch aus dem Palmgarten geerntet.
Vom Campingplatz aus wollen wir eine weitere Piste der Pistenkuh fahren. An den Felsen soll es auch einen schönen Übernachtungsplatz geben. Allerdings hat uns der Campingplatz Besitzer gewarnt, es hätte zu viel geregnet und es soll noch weiter regnen. Wir fahren trotzdem.
Unterwegs sammeln wir schon mal Feuerholz.Hier stehen wir etwas ratlos vor einer schlammigen Passage. Er mal zu Fuß schauen, wo es eventuell weiter gehen könnte.Dieses Stück Piste ist zu schlammig und zu rutschig für uns. Die Löcher sind zu tief. Hier geht es für uns nicht weiter. Wir suchen uns einen neuen Weg und ziehen unsere eigenen Spuren durch den Wüstensand. Irgendwann stoßen wir auf eine Piste, die zurück nach Foum Zguid führt. Aufgrund der angekündigten Regenfälle entscheiden wir, doch zurück zum Campingplatz zu fahren. Dort verbringen wir den Abend mit Klaus und Petra. Die Beiden wohnen in der Nähe von Frank und haben gemeinsame Bekannte.
Unser nächstes Etappenziel ist Tata. Auf dem Weg dorthin sehen wir mit eigenen Augen, wie ein Fluss eine Straße überspült. In der Nacht davor gegen 23h, erzählt uns ein Mann, hätte es angefangen zu regnen, um 8 h morgens hat es dann die Straße überflutet.
Die Menschen auf beiden Seiten des Flusses warten darauf, daß das Wasser abfließt und sie die wichtige Verbindung wieder nutzen können. Der Fluß reißt viel Sand, Schlamm und Geröll mit. Ein Mann erzählt uns, dass das Wasser letztes Jahr bis zum oberen Rand der Felsen gestanden hat.In einer verlassenen Kasbah.
Tata
Nun ist endlich Zuckerfest (es wird 3 Tage das Ende des Ramadan gefeiert). Auf dem Nachtmarkt kaufen wir noch ein, denn ab dem nächsten Tag sind die Geschäfte geschlossen.
Und wieder können zwei aus unserer Reisegruppe den Verlockungen der Plätzchen nicht widerstehen.100 Dirham, ca. 10 € für die große Platte.
Auf dem Weg zu den Painted Rocks durchfahren wir sehr unterschiedliche Felsformationen und Berge.
Besonders schön ist ein Palmen bestandenes Tal. Kilometerlang fahren wir erst daran entlang und dann mittendurch. Die Palmen stehen an der Straße teils so eng, daß wir gerade noch durch passen.
Painted Rocks bei Tafraoute. Die Felsen wurden 1984 von Jean Vérame, einem Künstler aus Belgien gestaltet. Er hat mit 18 Tonnen Farbe, 30 marokkanischen Feuerwehrmännern, ein paar Löschfahrzeugen und Schläuchen die Felsen der großartigen Granitlandschaft gestaltet. Über eine Fläche von 2 Quadratkilometern sind einige Felsen nun blau, rosa oder gelb.
Ich habe mich extra passend dazu angezogen Wir übernachten in Sichtweite der bunten Felsen. Leider ist kein Lagerfeuerwetter. Es regnet am Abend.
Weiter geht es durch die Berglandschaft des Anti-Atlas.
Wir kommen an der Kasbah Tizourgane vorbei. Imposant liegt sie auf einem Hügel. Die Dorfbewohner sind inzwischen in umliegende Häuser gezogen, besitzen aber noch einen Schlüssel zu ihrem Haus. In der Kasbah gibt es jetzt ein Hotel und ein Restaurant. Wir können uns umschauen und einen Tee trinken. Ein junger Mann kann uns einiges auf Deutsch erklären. Er macht ein Praktikum im Hotel. Deutsch hat er in Agadir gelernt. Gerne würde er nach Deutschland gehen und eine Ausbildung machen, wie einige andere mit denen wir unterwegs gesprochen haben.
Die Häuser der ehemaliegen Kasbah-Bewohner. Heute sind nur noch die Alten hier. Von der Landwirtschaft kann keiner mehr leben. Es ist zu trocken. Die Jungen gehen in die großen Städte um Geld zu verdienen, mit dem sie dann die Eltern und Großeltern unterstützen. Ziegen die auf Bäume klettern.
Seit dem 21.03.26 sind wir in Tifnit. Ein kleiner Ort südlich von Agadir. Hier gibt es mal wieder einen großen Supermarkt und Frank holt seine Frau vom Flughafen ab. Auf einem netten Campingplatz, der allerdings in einer nicht sehr schönen Gegend liegt, kann Frank auch endlich seine Heizung reparieren. Die hat seine Frau aus Deutschland mitgebracht. Wir nutzen die Zeit, um mal zu waschen. Außerdem müssen wir noch einen Motorölwechsel machen lassen. Hoffentlich klappt das morgen problemlos – ein Termin in einer Garage ist gemacht.
Dann können wir unsere Reise fortsetzen. Nun zu viert mit Kathrin.
Eigentlich wollten wir noch den Tag hinter unserer Düne verbringen. Aber der Wind nahm wieder zu und mit dem vielen Sand wurde es sehr ungemütlich. Wir sind dann nach Merzouga in die Stadt „geflüchtet“, um einen geschützten Platz zu finden.
Früher haben die Kamelkarawanen in den Mauern einen geschützten Platz gefunden. Heute sind es die Wohnmobilfahrer.
Etliche Franzosen bringen ihre Quads mit und verbringen ihren Urlaub in den Dünen.
Die Türen des Campingplatz Restaurants haben extra für uns am Abend die Türen geöffnet.Es gab erst eine schmackhafte Gemüsesuppe mit sehr süßem Gebäck.Dann eine Tajin, für Eva mit dicken Stücken zartem Rindfleisches, für die anderen zwei mit Huhn.Zum Nachtisch gabs Obst.
Merzouga, ein Hotspot bei Touristen, am Abend.
Noch sind die Touristenmassen nicht unterwegs und es ist recht ruhig.
Das Stadttor von Merzouga
Am Tag sieht alles viel bunter aus. Aber viel los ist noch nicht. Angeblich wird sich das ab Ostern ändern.
Nachdem wir uns mit Lebensmittel eingedeckt haben, machen wir uns auf die Ostumfahrung des Erg Chebbi.
Viel Sand erwartet uns.Wir steigen auf einen Berg und haben einen guten Überblick über die Dünen und die vielen Touristencamps, die es rundherum gibt.Überall blüht es. Selbst aus dem Weltraum ist zur Zeit zu sehen, wie grün Marokko gerade ist. Kurz sitzen wir fest. Müssen aber nicht schaufeln. Mit zurücksetzen wühlt sich der Ranger selber wieder raus.In unsere Kaffeepause trotten ein paar Dromedare vorbei.
Nach der Ostumfahrung kehren wir noch mal zum Gara Medouar zurück, um dort zu übernachten.
Wir klettern auf den Rand des Felsenrings.Oben finden wir versteinerte Muscheln.
Rissani
Das Stadttor
Der Souk.
Ein KamelsattelDie Ecke der Metallhandwerkerein FriseurGebrauchsgegenstände aus Holzeine Schneidereider FischhändlerDie Auswahl an leckerem Obst und Gemüse ist auf den Märkten sehr groß.Ganze Puten sind hier zu kaufenGewürze und IndigoDie Esel sind Transport- und Reittiere.
Nachdem wir noch einmal in Merzouga übernachtet haben, starten wir zu einer drei tägigen Pistenfahrt nach Zagora (etwa 280 km). Wir sind gespannt, was uns erwartet und ganz froh, die Tour mit zwei Autos anzugehen.
Unterwegs gibt es immer wieder Hinweise auf Herbergen.
In den weiten Ebenen freuen wir uns einen Baum mit Schatten für die Mittagsrast zu finden.
Jetzt wird es staubig.
Zwischendrin liegt noch der kleine Ort Rimbla. Als wir drauf zu fahren, stehen einige Kinder am Straßenrand. Wir halten nicht, aber Frank, der einer Spur weiter links von uns gefolgt ist, weiß nicht so recht, ob sie mit Steinen nach ihm werfen wollen. Er bleibt stehen, während wir in den Ort fahren. Dort ist gerade viel los, weil eine Truppe KTM Motorräder mit Begleitfahrzeugen dort eine Rast macht. Wir suchen uns den Weg durchs Dorf und rechnen damit, am Ortsausgang Frank wieder zu treffen. Er ist aber nicht da. Wir warten, fahren noch mal zurück – kein Frank. Da wir ihn vor uns vermuten und es gerade keine Telefonverbindung gibt, beschließen wir, dem Track weiter zu folgen. Es wird extrem sandig und weich. Ausgerechnet jetzt sind wir ohne Begleitung. Wir wühlen uns an der Kante eines Flussbettes entlang, wohl wissend, dass wir da noch durch müssen. Die Durchfahrt stellt kein Problem da, aber die Auffahrt auf der anderen Seite ist extrem steil und tiefsandig. Prompt hängen wir erst mal fest. Aber auch hier kommen wir durch Zurücksetzen wieder frei und finden einen Weg auf festeren Grund. Oben bleiben wir erst mal stehen und halten durch die Dachluke Ausschau nach Frank. Nichts ist zu sehen, aber ein motorradfahrender Touareg hält bei uns. Wir fragen, ob er einen Landrover gesehen hat. Kopfschütteln. Er legt die Hand ans Ohr und hat vor uns schon Motorengeräusche gehört. Und dann sehen wir ihn auch, wie er sich durchs Flussbett wühlt. Wir sind alle sehr froh, uns wiedergefunden zu haben.
Am Rand des Flussbettes entlang.Wir sitzen fest.
Um 15 h haben wir genug vom Gerüttel und suchen uns einen Übernachtungsplatz auf einem Berg.
Wir genießen die Aussicht.
Und warten auf den Sonnenuntergang. Ein sehr gemütlicher Abend mit Lagerfeuer, angenehmen Temperaturen und einem phantastischen Sternenhimmel schließt sich an.
Weiter geht es am Tag zwei durch die Weite der Wüste.
Dort, wo es so grün aussieht, liegt ein See. Jetzt ist er zum Glück trocken gefallen und wir können ihn queren.
Einige Kilometer hinter dem See kommen wir an einer sehr hübsch aussehenden Auberge vorbei. Neugierig halten wir dort.
Noch sind keine Touristen hier. Wir schauen uns ein wenig um und fragen, ob wir einen Tee bekommen können. Selbstverständlich wird uns einer serviert, mit Plätzchen und Nüssen. Als wir zahlen wollen, wird abgewunken. Der sei gratis.
Die Fahrt verläuft über eine 25 km weite Ebene.
Aber auch auf dieser finden wir einen Baum für unsere Mittagspause.
Eine wichtige Pistenkreuzung, immerhin mit Hinweisschild
Am Pistenrand die Reste eines Dromedars
Da wir uns sehr nah an der Algerischen Grenze befinden, gibt es im Süden der Piste zwei Militärposten. Zwischen diesen darf nicht übernachtet werden. Wir suchen uns einen Platz für die Übernachtung ca. 3 Km vor dem ersten Posten. Es ist erst 15 h und wir kniffeln eine Runde, denn der Wind ist zum draußen sitzen mal wieder zu ungemütlich. Bei unserer zweiten Runde hält ein Militärjeep neben uns. Die Pässe werden kontrolliert und fotografiert. Außerdem telefoniert einer der Drei länger. Wir fragen ob alles ok ist. Jaja, alles ok. Wir gehen rein und spielen weiter, aber es dauert bestimmt noch 20 Minuten, bis der Jeep wieder fährt. Das hat uns sehr irritiert. Aber wahrscheinlich sprang der Wagen nicht an. Es hatte wohl nichts mit uns zu tun, sie winken und sind weg. An den Militärposten, die wir am nächsten Tag passieren, werden wir nicht mehr angehalten.
Sonnenaufgang nach einer sehr windigen Nacht.
Der Sandsturm nimmt zu, die Sicht wird schlechter und der Wind kommt von hinten. Wir werden ordentlich eingesandet.
Eine Heuschrecke sucht eine Mitfahrgelegenheit.
Nach dem ersten Militärposten wird die Piste extrem schlecht. Steinig, wellig, steil, schmal und wir müssen über einen Pass.
Leider ist von dem riesigen Talkessel nichts zu sehen.
Wir sind ganz froh, aus dem Sand zu kommen und die Asphaltstraße zu erreichen, auf der wir die letzten 45 km nach Zagora fahren.
Auf solchen Pisten kommt man nur seeehr langsam voran. Wir sind die 3 Tage jeweils ca 90 km weit gekommen. Wenn man nicht so beladen ist und sein Auto nicht schont, kann man das in einem Tag schaffen, wie uns die Marokkaner versichern.
Zagora
Kreisverkehr vor der Stadt.
Campingplatz Oasis Palmiera
Sehr schön im Palmenhain gelegen, geschützt und mit warmen Duschen. Hier kehren wir auch erst mal den ganzen Sand aus dem Wagen.Die Touristeninfo von Zagora. Zwei nette junge Frauen arbeiten dort. Auf unsere Frage, was es in Zagora zu sehen gibt, blicken sie sich nur ratlos an. Ein Ort weiter gäbe es eine Bibliothek, die Wüste drumherum und Merzouga (wo wir gerade her kommen) wäre viel schöner…Zagora war mal ein wichtiger Knotenpunkt der Karawanen. Von hier sind es mit dem Dromedar 52 Tage bis Timbukto.Kunst am Baum „Baum der Hoffnung“Die große Moschee von Zagora.Ein Hotel.Eine Auberge
In Zagora treffen sich viele Pistenfahrer. Manche lassen hier ihre Autos reparieren. Angeblich sind die Werkstätten hier besonders gut. Den Abend lassen wir gemütlich ausklingen mit Andreas und Annette, die wir in Chefchaouen kennengelernt haben.
Hier ruhen wir erstmal 2 Tage aus, schreiben den Blog und planen die nächsten Etappen.
Unterwegs durch das Atlas Gebirge Richtung Süden. Da soll das Wetter besser und wärmer sein.
Es ist windig und die Luft voll Staub. Je weiter wir nach Süden fahren, desto kahler wird die Landschaft.
Durch das Ziz-Tal zieht sich ein schöner Palmenhain.
Eine Oase mit vielen PalmenCamping Karla an der Straße nach Arfoud. Wir sind die einzigen Gäste.Das Restaurant – geschlossen wegen des RamadanDuschen und WC. Ob es heißes Wasser gibt, ist auch immer ein bisschen Glückssache. Wir wollen 70 km Piste fahren. Vorher ist Luftablassen angesagt. Sandsturm und Regen kommen von Osten.
Die Wüste blüht nach den vielen Regenfällen.
Die kleinen Wüstenkürbisse werden irgendwann vom Wind losgerissen, platzen auf und können so ihre Samen in der Gegend verteilen.Wie kommen die Schnecken in die Wüste?Ein Brunnen mit Wasser in ca. 3 m Tiefe.Jeder fährt, wo er will oder kann.Durchquerung des ersten sandigen Queds.Ein weiter Blick von einer Abbruchkante.Kein Nomade zu Hause. Aber es gibt Solarstrom und Fernsehantenne.
Wir fahren zu den Werken des deutschen Künstlers Hansjörg Voth. Er hat drei Kunstwerke in traditioneller Bauweise von ortsansässigen Handwerkern in die Wüste bauen lassen.
Die Himmelstreppe (1980 – 1987).Die goldene Spirale (1993 – 1997).Die Stadt des Orion (1998 – 2003).
Es ist schon skurril und ein bisschen mystisch, die Kunstwerke mitten im Nichts zu sehen.
Wir vor der Stadt des Orion.
Unterwegs treffen wir auf viele Anpflanzungen. Geschützt durch Zäune werden Palmen, Mandelbäumchen und Olivenbäume angepflanzt. Sinn und Zweck ist uns nicht so ganz klar. Dienen sie der Wüstenbegrünung, sind es Baumschulen oder nutzen sie dem CO2 Handel?
Anpflanzung
Das nächste Flussbett wartet auf uns. Dieses müssen wir zwei mal queren.
Wir kommen gut durch den Kies. Auf der anderen Seite stehen wir aber vor einem Zaun, der die nächste Anpflanzung schützt. Wir folgen erst mal dem Flussbett in unsere Fahrtrichtung, dann aber geht es nicht weiter. Der Kies wird zu tief und auf der anderen Seite gibt es keine Piste. Also wieder zurück.
Als wir die erste Furt erreichen, läuft Arnold das Flussbett ab, auf der Suche nach einer Umfahrmöglichkeit. Da taucht ein Geländewagen auf und bietet sofort seine Hilfe an. Wegen der Anpflanzung ist die Piste ein bisschen verlegt worden. Der freundliche Fahrer fährt vor uns her, bis wir das nächste Dorf erreicht haben. Als er im Rückspiegel sieht, dass bei uns alles ok ist, verabschiedet er sich durch das Einschalten seiner Warnblinkanlage.
Die Oase Tarda
Alte Lehmöfen, in denen Ziegel gebrannt wurden.Trotz der vielen Palmen machen die Menschen hier ein sehr armen Eindruck.
Wir kommen 20 km vor Goulmima wieder auf Asphalt. Die Luft muss wieder in die Reifen.
Unser neuer Kompressor funktioniert prima.
Unterwegs nach Goulmima zum Campingplatz regnet es heftig. Der Platz steht ziemlich unter Wasser. Stadt und Platz erscheinen sehr trostlos.
Wir werden sehr freundlich empfangen und bekommen trotz Ramadan Tee und Kekse zur Begrüßung serviert.
Wir wollen Brot kaufen und laufen noch mal in die Stadt.
Mit Sonne sieht alles viel freundlicher aus.
Am Weg liegen einige Foggaras, die nicht mehr in Betrieb sind und jetzt besichtigt werden können. Foggaras sind unterirdische Wasserkanäle mit ganz wenig Gefälle. Die Foggara, die wir besucht haben, hatte eine Länge von über 60 km. Es werden alle paar Meter senkrechte Löcher gegraben, durch die dann die Menschen einsteigen konnten und durch unterirdische Verbindung der Löcher den Kanal gegraben haben. Die Schwierigkeit war, das gleichmäßige flache Gefälle hin zu bekommen.
Bild aus Wikipedia
Einen Schacht können wir auch besuchen.
Ein Blick von oben. Mit Seilen wurde die Erde aus dem Schacht nach oben geholt.Eine steile Treppe führt hinunter.Erst Glühbirnen, dann Kerzen erhellen den Schacht, durch den mal das Wasser floss.Unser Guide sitzt unter einem Schacht.Wir dürfen alle mal Platz nehmen.
Weiter geht es Richtung Merzouga. Bevor wir auf eine kleine Straße abbiegen, besuchen wir den Markt in Jorf. Es gibt eine große Auswahl an Obst, Gemüse, Eiern, Kräutern und Oliven. Für 6 dicke Orangen zahlen wir 0,50 €. Diesel kostet zur Zeit etwa 1,- €
Beim Einladen unserer Einkäufe sind wir schnell von Kindern umringt.
Wieder geht es auf die Piste. Diesmal wird die Landschaft sehr „afrikanisch“. Weite Ebenen mit vereinzelt stehenden Bäumen. Es fehlt nur der Löwe.
Der Berg Gara Medouar oder Prison Portugaise ist unsere angepeilte Zwischenstation. Das ist ein fast kreisrunder Krater, der mal als Festung gedient hat.
Eine dicke und 12 m hohe Mauer verschloss einmal den Eingang in den Kraterring. Vom oberen Rand gibt es einen weiten Blick.Frank ist bis ganz nach oben gefahren.
Wir fahren weiter Richtung Sandwüste / Sahara.
Fossilien werden überall angeboten.Die Zäune aus Palmwedeln sollen den Sand aufhalten.
Rund um den Erg Chebbi gibt es eine Unzahl an Herbergen, Hotels, Biwak-Camps und Anbieter von Touren mit Geländewagen, Quads, Motorräder oder dem Dromedar. Die Gegend ist ein echter Touristen-Hotspot.
Hier entsteht gerade ein neues Hotel.
Uns ist es rund um Merzouga zu rummelig. Wir fahren noch etwas weiter nach Süden zum Erg Znaigui.
Die Luft wird wieder aus den Reifen gelassen und dann geht es auf die Sandpiste.
Auto und Fahrer machen das richtig gut.
Hier gibt es auch vereinzelte Biwak-Camps. Aber wir finden einen Platz an einer Düne für uns alleine und beschließen über Nacht zu bleiben.
Der abgestorbene Baum liefert uns das Holz für unser abendliches Lagerfeuer.Unsere FeuerstelleAus dem, was jeder hat, wird ein Abendessen gezaubert. Heute gibt es Rohkostsalat aus Rote Beete, Zuccini, Lauchzwiebeln, Orange, Birne, Thunfisch, etwas Käse und Oliven, Pinienkernen und Öldressing. Dazu noch etwas Brot und Grissini.
An der Düne haben wir einen entspannten Nachmittag verbracht. Niemand kam und wollte uns was verkaufen oder uns was zeigen. Am Abend gab es einen tollen Sternenhimmel und gegen 21 h ging der dicke Vollmond hinter den Bergen auf. Erst gegen 21.30 h wurde es auch am Lagerfeuer zu kalt.
Der nächste Morgen beginnt mit Sonne und immerhin 9,5 Grad. Wir beschließen, einfach noch einen Tag hier stehen zu bleiben und die Ruhe zu genießen. Es ist eh gerade Freitag und daher alles geschlossen.